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Posts Tagged ‘Gestaltungsstrategie’

„Wow… harter Tobak!“ So, oder zumindest so ähnlich, war mein erster Gedanke bei der Lektüre des zu behandelnden Textes. Doch überstand man die vielen begrifflichen Hürden (an dieser Stelle vielen Dank an das Medium Internet, was wären wir nur ohne dich?!) schwand das Nichtverstehen und ich begann die Gedanken der Autorin nachzuvollziehen. Nun aber  genug von meinen Startschwierigkeiten, hier mein Artikel…

Zu Beginn ihres Textes „Didaktisches Design: Von der Lerntheorie zur Gestaltungsstrategie“ konstatiert Reinmann, Lerntheorien hätten „keine unmittelbare handlungspraktische Relevanz“, wobei sie dennoch grundlegend seine für didaktische Entscheidungen. Entscheidender seien hingegen konkrete Ziele eines Lehrvorhabens, um zu einer Gestaltungstheorie zu gelangen.

Im Folgenden beantwortet Reinmann die Frage, was Lerntheorien eigentlich sind. Lerntheorien konzentrieren sich darauf, möglichst global zu beschreiben und zu erklären, wie Lernen generell funktioniert.

Im Anschluss gibt die Autorin eine Übersicht über die verschiedenen Theorien, die ich im Folgenden kurz, mit Hilfe von Zitaten, wiedergebe.

Lernen gilt im Behaviorismus als Sonderform des Verhaltens, das sich durch geeignete Reizsituationen und Konsequenzen steuern und verändern lässt.

Der Kognitivismus betrachtet Lernen als einen mentalen Prozess, der ähnlich wie die Informationsverarbeitung im Computer abläuft und zu Wissensrepräsentation im Gehirn führt.

Im Konstruktivismus gilt Lernen als aktiver und autopoietischer Konstruktionsvorgang, der durch Kontexte und komplexe Probleme allenfalls angeregt oder gestört werden kann.

Nach Auffassung des Konnektivismus ist Lernen ein selbstorganisierter Prozess in realen oder virtuellen Netzwerken, der vor allem darin besteht, Verbindungen herzustellen.

Nach der Darstellung der verschiedenen Theorien durch die Autorin hatte ich schon eine Vorstellung derselben. Der Gedanke, „ok, jetzt hab ich kapiert, was es mit besagten Theorien auf sich hat“, wurde jedoch erst durch folgende Grafik ausgelöst.

 

In ihrem Fazit bezieht sich Reinmann auf ihre Anfangsthese. Lerntheorien sind keine handlungspraktischen Theorien, aus denen sich Regeln für didaktische Entscheidungen ableiten lassen. Sie beeinflussen aber erheblich Lehr-Lernauffassungen und haben entsprechend indirekte Wirkungen auf das Didaktische Design.

Anschließend wir näher auf die Anfangsthese eingegangen, wonach der Formulierung von Lehrzielen essentielle Bedeutung im Lehr- bzw. Lernprozess zukomme. Hierbei kommt die Autorin u.a. auch auf Chancen und Grenzen der Lehrzieltaxonomien zu sprechen.

Der Schluss des Textes beschreibt den langen Weg von der Lerntheorie zum didaktischen Handeln.

In meinem Fazit möchte ich mich zunächst auf den Aufbau des Textes beziehen. Hut ab! Die sinnige Unterteilung und klare Formulierung der Überschriften erleichterten den Lesefluss ungemein. Daneben dienten die Kästen und Schemata zum Verstehen, bzw. zum Verinnerlichen der schriftlichen Erklärungen. Wie bereits angesprochen, nahm man eine kleine Recherche der Begriffe vor, las sich der Text wirklich gut.

Nun aber zum Inhalt. An dieser Stelle muss ich unserer Kursleitung, zumindest in einem kleinen Punkt, widersprechen. Meines Erachtens haben wir durch die Lektüre des Textes unsere „pädagogische Brille“ nicht durch eine „psychische“ ersetzt, sondern vielmehr aus der Normalverglasung eine Gleitsichtbrille gemacht. Unser pädagogischer Blick wurde um die psychologische Komponente erweitert, da didaktisches Handeln, bzw. Lehren und Lernen, meiner Meinung nach durchaus auf pädagogische Prozesse schließen lässt. Nichtsdestotrotz steht pädagogisches Handeln hier natürlich nicht im Vordergrund.

Die aus dem Text abzuleitende Diskussion, ob eher deduktive oder induktive Lehrmethoden zu bevorzugen sind spielt besonders für mich als Sportlehrer eine bedeutende Rolle. Soll ich den Schülerinnen und Schülern beispielsweise den Aufschwung am Reck zeigen, ihnen eine Bildreihe geben oder sie alleine auf den Aufschwung, als Bewegungslösung um in den Stütz zu gelangen, kommen lassen? Die Diskussion der Lerntheorien wird gerade im Sportstudium noch eine sehr große Rolle spielen.

Besonders aufschlussreich für mich war außerdem der Weg von der Lerntheorie zum didaktischen Handeln, bzw. der Einfluss der Lerntheorie auf besagten Prozess. Ich möchte hier noch nicht zu viel sagen, da ich die Reflexions- und Übungsaufgaben, die auf dem Blatt zu finden sind, ja noch mit meinen  Sportsfreunden diskutieren möchte und die Ergebnisse unserer Diskussion dann im Wiki zu finden sind. Also kurz und knapp gesprochen, ein rundum gelungener Artikel, der mich an meine eigenen ersten Vermittlungsversuche zurückdenken ließ!

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